Grundschulstandort Eggerode

Kritik an Vorgehensweise

Eggerode

Zum Auftakt der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe zur Zukunft des Grundschulstandorts Eggerode stellte Moderator David Rupp unter anderem die prognostizierte Entwicklung der Grundschülerzahlen bis 2037 vor. Einige Teilnehmer waren allerdings mit der Themenauswahl nicht zufrieden,

Von Rupert Joemann

Stefan Lammerding (SPD) hätte sich einen anderen Verlauf der Sitzung der Arbeitsgruppe gewünscht. Foto: Joemann/privat

Zum Auftakt der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe zur Zukunft des Grundschulstandorts Eggerode stellte Moderator David Rupp (Bonn) in der mehr als zweistündigen Besprechung die Bevölkerungsprognose der Gemeinde bis zum Jahr 2052 und die prognostizierte Entwicklung der Grundschülerzahlen bis 2037 vor.

Auch ging Rupp auf die Klassengrößen und die Raumentwicklung ein. „Ich hatte einen Zettel voll Argumente für einen jahrgangsübergreifenden Unterricht. Den konnte ich weglegen“, sagte der Eggeroder Stefan Lammerding enttäuscht. „Die Präsentation hatte schon Schwerpunkte bei sachlichen Fakten“, fand auch Michael Stening, der die Eltern des Schöppinger Standorts in dem Gremium vertritt. Bestimmte Themenbereiche seien ausgeklammert worden, so Stening, der selbst Lehrer an der Realschule in Stadtlohn ist.

Enttäuschung

„Den Titel auf der Einladung fand ich überzeugender“, erklärte Michael Stening. Der lautete: Künftige Entwicklung der Grundschule.

Stening fehlten vor allem die Herausforderungen, der sich die Grundschule stellen muss. Er selbst legt den Schwerpunkt auf die bestmögliche Förderung der Schülerinnen und Schüler, ganz unabhängig von der Zahl der Standorte.

Grundsätzlich hält er es aber für legitim, einen Standort zu schließen, wenn die personellen und finanziellen Ressourcen fehlten. Im Mittelpunkt muss aus seiner Sicht die individuelle Förderung stehen. Die dürfe in Schöppingen nicht wegfallen, weil das Personal in Eggerode aushelfen müsse. Stening: „Schwächere Schüler dürfen nicht hinten runterfallen.“ Grundsätzlich sei das Thema sehr komplex, mit verschiedenen Schwerpunkten, so der Schöppinger Stening. Er wünscht sich daher, dass während der nächsten Sitzung „einzelne Bereiche noch mal tiefer behandelt werden“. Und das „ergebnisoffen von allen Seiten“. Die Diskussion fand offenbar in einer teilweise sehr hitzigen und emotionalen Stimmung statt.

Tine Bröker bemängelt, dass nicht kreativ gedacht würde und nennt einige Beispiele: Die Grundschule habe von der Bezirksregierung keine Alltagshelfer zugewiesen bekommen, so Bröker. Sie vermisst die Diskussion darüber, wie die Gemeinde das eventuell ausgleichen könnte. Für die Hevenerin ist klar, dass die Lehrerinnen in Eggerode nicht die Reinigung übernehmen können. „Das muss optimiert werden.“ Aber auch darüber fehlt ihr eine Diskussion.

Reinigung

Viele Eggeroder seien willens, sich für die Schule zu engagieren, so Tine Bröker. Die „Nullachtfünfzehn-Vorgehensweise“ funktioniere nicht. Einen anderen Ansatz erkennen sie und Stefan Lammerding bei der Verwaltung jedoch nicht. Für beide hat an dem Abend kaum eine inhaltliche Diskussion stattgefunden. Schulleiterin Maria Wigger-Kerkhoff stellte, wie schon im Schulausschuss, die aus ihrer Sicht problematischen Punkte bei zwei Schulstandorten vor. „Um die Liste ging es gar nicht mehr“, sagte Tine Bröker im Gespräch mit der Redaktion.

Wie es genau weitergeht, wissen Stening, Bröker und Lammerding nicht. Fest steht nur, dass es nach den Sommerferien ein weiteres Treffen geben wird.

Michael Stening hätte sich einen detaillierten Zeitplan zum Auftakttreffen gewünscht, an dem sich alle Teilnehmer hätten orientieren können. Auch ein Ergebnisprotokoll beim nächsten Mal findet der Pädagoge legitim. Beim ersten Treffen wurde kein Protokoll geführt.

Der Gemeinderat hatte am 30. Januar die Arbeitsgruppe eingesetzt. „Die Arbeitsgruppe solle ergebnisoffen die Vor- und Nachteile des Schulstandortes in Eggerode erarbeiten“, heißt es im Sitzungsprotokoll.

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