Machbarkeitsstudie für Eggeroder Bewegungsraum findet viel Zustimmung

Abriss ist keine Option

„Abreißen kann jeder. Heute versuchen Architekten eher, aus dem Bestand oder Fragmenten davon noch etwas zu machen.“ Dieses Konzept soll auch beim Neubau des Bewegungsraums in Eggerode verfolgt werden, schlug Dipl.-Ing. Markus Lampe vom Büro WoltersPartner Architekten aus Coesfeld vor.

Von Bernd Schäfer

Foto: WoltersPartner Architekten

Beiden Varianten ist eines gemeinsam: Standort ist das Toilettengebäude der Grundschule, dessen unterer Teil erhalten werden soll. Von einer Erweiterung, wie sie vom SV Eggerode angedacht war, riet der Architekt ab: „Das Platzangebot auf dem Schulhof ist eh schon eingeschränkt, eine Erweiterung würde den Kindern weitere Flächen zum Spielen wegnehmen.

Tragstruktur aus Säulen

Seine Idee ist stattdessen, rund um das bestehende Gebäude eine Tragstruktur aus Säulen zu errichten, auf der dann das zweite Geschoss ruhen kann. Damit bliebe die Schulhoffläche erhalten, der Überhang des zweiten Stockwerks könnte gleichzeitig als Regenschutz dienen. Einzige Veränderung im Erdgeschoss wäre der Einbau einer Liftanlage, um die Bewegungsräume im oberen Geschoss barrierefrei erreichbar zu machen. Die Toiletten sowie der Jugendraum blieben erhalten. Die Außenwände sollen lediglich gereinigt und neu verfugt werden, um den Charakter des Gebäudes („Ein Kind seiner Zeit.“) zu erhalten.

Unterschiede bei der Fassade

Bis hierhin sind beide von Lampe vorgestellten Gebäudevarianten gleich, Unterschiede gibt es bei der Fassade. „Es gibt eine optische Beziehung zur Wallfahrtskirche und dem Freiluftaltar“, erklärte der Architekt, warum die Fassadengestaltung in Anbetracht der freien Sichtachse von Bedeutung ist: „Alles, was hier passiert, kann von dort wahrgenommen werden.“

Als erste Variante stellte er eine Verkleidung des oberen Stockwerks mit Lärchenholz vor. Die Alternative wäre eine Rundum-Verglasung mit Milchglas. „Damit sind keine Einblicke möglich, es gibt aber schöne Lichteffekte nach außen.“

Auch wenn der Umbau eher ein überschaubares Projekt sei: „Auch das wird sein Geld kosten.“ Und zwar 615 000 bis 650 000 Euro, „sehr vorsichtig und sehr konservativ geschätzt“.

Es sei durchaus möglich, Fördermittel über die Bezirksregierung zu erhalten – allerdings nicht sofort: Welche Programme mit welchen Summen es gebe, sei vor einer Landtagswahl immer eine „Wunderkugel“. Daher riet Markus Lampe, zu warten, bis sich die nächste Landesregierung gefunden hat.

„Überzeugend“

Von der Politik gab es durchweg Zustimmung für die Pläne. „Es hat uns alle beeindruckt, was man an so einem alten Gebäude machen kann, ohne es abzureißen“, hielt etwa Holger Benölken (CDU) die Pläne für „sehr gelungen“. Für die Grünen bewertete Manfred Epping die Lösung als „relativ einfach, aber überzeugend“. Horst Emmrich (UWG) erklärte ebenso wie Rüdiger Kremser (SPD), dass ihm beide Lösungen gut gefallen hätten.

Einstimmig sprachen sich alle Ratsvertreter dafür aus, die Pläne zur weiteren Bearbeitung in den Bauausschuss weiterzuleiten.

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