Diamantenes Ordenjubiläum

Anfangs gab es Vorbehalte. „Wir brauchen keine Schwestern“, hieß es in Eggerode, als Pfarrer Stephan Wolf die Katharinenschwestern als Helferinnen in den Wallfahrtsort holte. Heute heißt es sorgenvoll: „Wo sind die Schwestern?“, wenn die beiden Ordensschwestern bei Veranstaltungen nicht pünktlich da sind. Eggerode ohne die Schwestern – für viele ist das nicht mehr vorstellbar.

Anfangs gab es Vorbehalte. „Wir brauchen keine Schwestern“, hieß es in Eggerode, als Pfarrer Stephan Wolf die Katharinenschwestern als Helferinnen in den Wallfahrtsort holte. Heute heißt es sorgenvoll: „Wo sind die Schwestern?“, wenn die beiden Ordensschwestern bei Veranstaltungen nicht pünktlich da sind. Eggerode ohne die Schwestern – für viele ist das nicht mehr vorstellbar.

Von Anfang an, dem 1. April 2003, ist Schwester Imelda dabei. Die heute 79-Jährige feiert mit der Kirchengemeinde am morgigen Sonntag um 10 Uhr in der St.-Mariä-Geburt-Kirche ihr diamantenes Ordensjubiläum. Anschließend gibt es im Pfarrheim einen kleinen Empfang. Die offizielle Feier war bereits am vergangenen Sonntag in Münster.

„Wir sind sehr integriert“, sagt Schwester Imelda, die vor ihrem Wechsel nach Eggerode sechs Jahre als Oberin im Provinzhaus Münster tätig war. Davor arbeitete sie in mehreren Städten 30 Jahre lang in Kindergärten.

Sie kann sich noch gut an ihr Bewerbungsgespräch in Eggerode erinnern. Fast wäre sie durch den Ort gefahren. „Plötzlich war der Kirchturm weg“, erzählt schmunzelnd die gebürtige Ostpreußin, die nach dem Krieg mit ihrer Familie ins niedersächsische Lehrte flüchtete.

Jetzt lebt sie zusammen mit Ordensschwester Philomena (77) in Sichtweite des Kirchturms. Die beiden sind so etwas wie die guten Seelen Eggerodes. Oft sind es Kleinigkeiten, die die beiden Katharinenschwestern im Hintergrund erledigen. Doch ohne ihre Hilfsbereitschaft, würde so manches nicht laufen. Eins der viele ineinandergreifenden Rädchen würde fehlen.

Auf die Menschen zugehen, das ist für Schwester Imelda mit das Wichtigste, wenn sie über ihre Arbeit spricht. „Die Leute merken, wir zeigen Interesse“, erzählt die 79-Jährige, die immer Führungen durch den Wallfahrtsort gemacht hat.

Auf dem Kirchplatz oder beim Mittag- und Abendgebet in der Kapelle beten immer einige Menschen. Schwester Imelda geht ganz offen auf sie zu. Die Menschen kämen auch mit persönlichen Anliegen zu ihr, so die Eggeroderin.

Sie ist ihnen gegenüber sehr aufgeschlossen. „Das hängt auch mit der Kita-Arbeit zusammen“, sagt sie. Dadurch sei sie viel freier und offener geworden.

Nach ihrer zweiten dreijährigen Amtszeit als Provinzoberin sah die Ordensfrau die Zeit gekommen, etwas Neues zu machen. „In Eggerode war etwas Neues möglich, da habe ich zugegriffen.“ Zum Glück für den Wallfahrtsort. Er hat eine gute Seele bekommen.

https://www.wn.de/muensterland/kreis-borken/schoeppingen/kirche-nur-kurz-aus-den-augen-verloren-2445713