John Naleela in der Wallfahrtskapelle vor dem „Gnadenbild unser lieben Frau vom Himmelreich“.Foto:
(Alfons Körbel)
Schöppingen-Eggerode - Der afrikanische Priester John Naleela, Spiritual-Theologe am Priesterseminar St. Paul in Fort-Portal, Westuganda, vertritt bis zum 8. August Pastor Stephan Wolf in Eggerode.
Seit zwölf Jahren ist er gerne in Deutschland und steht in der Ferienzeit für Urlaubsvertretungen zur Verfügung. Pfarrer em. Heinrich Blankemeyer, lange Zeit Kreisdechant des Kreisdekanates Steinfurt, jetzt als Vicarius Cooperator in Hörstel tätig, sponserte ihm einen Sprachkurs an der Akademie Klausenhof, damit er dort die deutsche Sprache erlernen konnte.
John Naleela ist 1956 in Bugebero (Ostuganda) geboren. Sein Vater ist vor einem Jahr verstorben, seine Mutter ist 81 Jahre alt. Er wuchs mit neun Geschwistern auf. Ein Bruder ist ebenfalls Priester und leitet das Priesterseminar als Regens. Eine seiner Schwestern ist Ordensfrau geworden. Vier Brüder und eine Schwester sind als Lehrer tätig.
1980 wurde John Naleela in Mbale zum Priester geweiht und war die ersten zehn Jahre als Seelsorger in verschiedenen Pfarreien tätig. Sein Bischof entsandte ihn danach wieder zum Studium der Philosophie und Spiritual-Theologie an die Universität, wo er 2003 sein Examen ablegte. Seitdem doziert er im Priesterseminar Theologie.
Sein Heimatland Uganda (Ostafrika) hat 33 Millionen Einwohner. Davon sind 35 Prozent Katholiken, 25 Prozent gehören der anglikanischen Kirche an, und etwa zehn Prozent sind moslemischen Glaubens. Daneben sind noch viele andere Religionsgruppen vertreten.
„Priestermangel wie hier in Deutschland gibt es in Uganda nicht“, freut sich Naleela. Das liege zum einen an den großen Familien, die im Durchschnitt vier bis sechs Kinder zählen, und zum anderen möglicherweise an der großen Arbeitslosigkeit. Im Priesterseminar in Fort-Portal sind 135 angehende Theologen, in Kampala 165.
Da Uganda altes englisches Kolonialland ist, ist die Landessprache Englisch. „Unser Ziel ist eine Ostafrikanische Union mit den Ländern Kenia und Tansania“, erklärt John Naleela. Die gemeinsame Sprache würde Suaheli sein. Wirtschaftlich bestünden bereits jetzt starke Verbindungen der Länder miteinander. So liefere Uganda den wichtigen Strom nach Kenia. Passkontrollen gebe es zwischen den Ländern heute nicht mehr.
„Wir leben von der Landwirtschaft, unser Land ist sehr fruchtbar“, schwärmt er. Kaffee, Bananen und Fisch seien Haupterzeugnisse, und aus Hirse, Mais, Reis und Bohnen bestehe die Hauptnahrung der Bevölkerung. Durch die äquatoriale Lage des Landes gibt es in Uganda eigentlich nur zwei Jahreszeiten: den Sommer und die Regenzeit.
VON ALFONS KÖRBEL, GRONAU





