Schöppingen-Eggerode - Heimelig war es beim Plattdeutschen Abend des Heimatvereins, der zum ersten Mal in der neuen Heimatstube in Eggerode stattfand. Bei Glühwein, Adventspunsch und Spekulatius erlebten die zahlreichen Besucher einen unterhaltsamen Abend, zu dem der Vorsitzende Konrad Overhage als Ehrengast Pastor em. Wolfgang Böcker begrüßen konnte.
Wolfgang Böcker hatte diesen Abend zum Anlass genommen, um sich beim Heimatverein für die Spende zu bedanken, die zur Restaurierung der Fresken in der St- Brictius-Kirche verwandt worden war. Als Anerkennung überreichte er Konrad Overhage eine Urkunde mit dem Foto des Propheten Habakuk.
Der Heimatverein hatte diesmal neun Geschichten der Mundartschriftstellerin Else Breuer ausgewählt, die von den Mitgliedern vorgetragen wurden. Zwischendurch stimmte Thomas Frye mit dem elektrischen Klavier plattdeutsche Lieder zu gemeinsamem Singen an.
Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgten die Heimatfreunde den genealogischen Bericht über die Familie Lammerding, der auf fast dreihundert Jahre zurücksah. Er begann mit dem Jahr 1730, in dem zwei Brüder erstmals in den Kirchenbüchern verzeichnet waren - damals noch unter dem Namen Lammerinck. Bernhard Heinrich heiratete ein Jahr später Anna Elisabeth Sundorf und Hermannus Henricus ehelichte 1738 Maria Elisabeth Kaulinck. Lokalisieren lässt sich der Name im Haus „Dorf 4“, auf dem jetzigen Parkplatz Winter.
In Besitz des Hauses „Dorf 15“ an der heutigen Gildestraße war im Jahr 1827 Carl Clüter, Jäger und Verwalter auf Haus Stockum. Von dessen Sohn Heinrich Klüter kaufte im Jahr 1862 Hermann Heinrich Lammerding das Anwesen. Sein jüngstes Kind, Heinrich Lammerding, geboren 1876, war wie sein Vater Holzschuhmacher, später Bäckermeister.
1895 wurde die Bäckerei gegründet, der ab 1907 ein Kolonialwarenhandel angeschlossen war. Ab 1930 richtete die Familie den Caféhausbetrieb ein mit angeschlossenem Bierausschank.
Aus der Ehe des Heinrich Lammerding mit Maria Feldhaus gingen sieben Kinder hervor, von denen Sohn Bernhard als Bäcker und Konditor das Geschäft weiterführte. Bernhard heiratete Agnes Tegeler, sein Sohn Heinz führte in der nächsten Generation den Betrieb weiter. Nachdem Heinz im Jahr 2008 verstarb, ging der Betrieb an seinen Sohn Stefan über. Da sich kein Pächter für das Kaffeehaus fand, kam die Familie Lammerding mit dem Heimatverein Eggerode überein, die Räumlichkeiten Gildestraße 6 anzupachten, um in ihnen eine Heimatstube einzurichten. Diese wurde nach umfangreichen Umbauarbeiten am Ostersonntag dieses Jahres unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht.
VON ALFONS KÖRBEL, GRONAU





